Willkommen, Babyboy.

Als eine Freundin mir vor einigen Monaten erzählte, dass sie schwanger ist, hab ich mich total mit ihr gefreut. Immer wieder haben wir während ihrer Schwangerschaft gequatscht, nachgedacht und phantasiert. Viel gerätselt, aber auch viel spekuliert. Das Geschlecht wollte sie zunächst nicht wissen. Das hieß für mich entweder neutral nähen – was ich sehr schwer finde – oder aber innerlich grinsend abwarten, weil ich ahnte, dass sie die Spannung nicht aushalten wird. Damit sollte ich übrigens recht behalten 😉
Vor zwei Wochen kam der Kleine gesund und munter zur Welt. Ein properes, gesundes kleines Kerlchen. Ich hab lange überlegt, was ich ihr zur Geburt schenken möchte. Es sollte etwas Selbstgenähtes sein, soviel wusste ich schon. Einfach deswegen, weil sie einer der Menschen ist, für die selbstgenähte Dinge etwas besonderes sind. Sie sieht die Arbeit und die Liebe, die darin steckt. Von einem Erstlingsset habe ich schon von Anfang an abgesehen, weil man in den kleinen Größen meist soviel geschenkt bekommt. Was ihr noch fehlte war eine Wickeltasche. Also nahm ich mir vor, ihr zur Geburt eine Wickeltasche zu nähen. Eine, die ihren Farben entspricht, ohne Kindermotive (in Absprache mit ihr!), etwas, dass für sie ist, dennoch aber für den Alltag mit Kind praktisch.
Ich habe dann ewig überlegt, wie ich die Tasche gestalten möchte. Ich hatte tausend Ideen, mindestens genausoviele Fragezeichen im Kopf und eine ganze Menge kreatives Chaos. Genauso überfragt war ich mit der Stoffwahl. Sie sollte haltbar sein, aber auch gut aussehen, sich gut anfühlen und im besten Fall sogar waschbar sein. Auch dafür habe ich ewig gebraucht, viel recherchiert, vieles wieder verworfen. Nur um letztendlich dann doch zu Baumwolle zu greifen 😀
So nach und nach bewegte sich die Schwangerschaft aufs Ende zu und ich hatte immer noch nicht angefangen. Die Tasche sollte immerhin perfekt werden, da muss alles – und ich meine wirklich alles – in ganz perfektionistischer Art und Weise tausendfach durchdacht werden, um dann doch im Chaos zu enden. Natürlich, was auch sonst..
Irgendwann wurde dann klar, dass der Kleine Mann früher zur Welt kommen würde, als eigentlich geplant. Da wurde es dann echt langsam Zeit. (Der Kleine kam natürlich zur Welt bevor die Tasche fertig war!) Aber – und darüber freue ich mich total -. inzwischen ist sie fertig und sie ist toll geworden!
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Die Tasche hat eine Menge Details, die nicht nur einiges an Zeit gekostet haben, sondern auch richtig Spaß gemacht haben.
Die Klappe der Vorderseite wird mit einer Klemmschnalle verschlossen und beherbergt ein kleines Reißverschlussfach. Klein ist gut, das Untersuchungsheft etc. haben darin locker Platz. Darunter befindet sich ein Gummizugfach über die gesamte Breite. Verschlossen mit einem Druckknopf. Darin passt die Wickelauflage oder auch Wechelkleidung.
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Weiter habe ich die Tasche mit zwei Seitentaschen versehen. Eine mit Gummmizug. Größentechnisch so gestaltet, dass die Flasche des Kleinen oder eine Wasserflasche der Mama immer griffbereit sein können. Die andere ist flach und wird ebenfalls mit einem Druckknopf verschlossen.
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Die Rückseite (oder Vorderseite, das ist, wie so vieles, Ansichtssache 😉 ) bildet das Wickelfach. Da habe ich mich mit der Stoffwahl wirklich schwer getan und laaaange überlegt, ob ich wachstuch oder beschichtete Baumwolle nehmen soll. Letztendlich habe ich mich für einen Kompromiss entschieden und direkt etwas Neues ausprobiert. Aber der Reihe nach:
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Generell habe ich auch für dieses Fach Baumwolle genommen, allerdings habe ich die Seite mit dem Cremefach mit Lamifix laminiert. Ich hoffe, dass die Tasche an sich so waschbar bleibt und dass der Inhalt des Hauptfaches so dennoch geschützt ist, sollten Cremedöschen/-Tuben mal aufgehen und auslaufen. So bleiben wenigstens Wechselsachen etc. sauber. So ist zumindest mein Plan 😀
Das Fach kann mit zwei gegenläufigen Zippern geöffnet bzw. geschlossen werden. Dazu habe ich – wie übrigens für alle anderen Reißverschlüsse an dieser Tasche auch – Endlosreißverschluss genommen.
Die Außenseite des Wickelfachs ist innen mit einer Reißverschlusstasche versehen, in die prima Windeln passen. Außerdem mit Druckknöpfen, um die Wickelauflage zu befestigen. Eingeklappt kann sie auch in diesem Fach belassen werden.
Auch die Auflage besteht aus Baumwolle, sowie einem Volumenvlies im Inneren. So ist sie auch heiß waschbar.
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Ganz schön geworden oder? Vor allem für die erste Wickeltasche. Als Schnittmuster habe ich den „Alleskönner“ von Farbenmix verwendet, allerdings ein bisschen verkleinert.
Die frisch gebackene Mama hat sich über die Tasche sehr gefreut und meinte, dass sie stolz sei, dass sie die an den Kinderwagen hängen kann. Ein so schönes Kompliment, danke Süße!!

Damit der Kleine Mann aber nicht zu kurz kommt, bekommt er ebenfalls noch ein selbgemachtes, von Herzen kommendes Willkommensgeschenk. Einen kleinen Schnuffeltuchdrachen 🙂 Und hier isser:
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Ist der nicht irre niedlich? Mit seinen schlafenden Augen und denn Schlappohren?
Der kleine „Hippodrache“ besteht aus Frotte und Jersey. Am Bauch habe ich noch kleine Label zum dran zupfen mit angenäht.

Schnittmuster ist hier das Schnuffeltuch „Felix“ von MonstaBella.
Als kleine Überraschung habe ich dann letztendlich noch einen 3D Rahmen mit den Daten des Kleinen beplottet. Eine schöne Erinnerung, wie ich finde. Natürlich in den Farben des Kinderzimmers. 🙂

Soo und da dieses Set mal wieder für einen kleinen Jungen ist, verlinke ich mich mal bei Made4Boys und sehe mich dort mal um.

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5 Gedanken zu “Willkommen, Babyboy.

  1. Die Tasche sieht wirklich genial aus bin gerade auch dabei so eine Tasche zu nähen. Bin aber noch viel am Überlegen.Mir ist die Tasche nur etwas zu groß.Sie haben geschrieben, dass sie die Tasche verkleinert haben.Darf chfragen um wieviel Sie die Tasche verkleinert haben und wie groß sie dann genäht war? vielen Dank schon mal im Voraus.

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    1. Hallo 🙂
      Vielen Dank für die positive Rückmeldung!
      Genau ich habe sie verkleinert, weil auch ich sie einfach zu groß fand. Dazu habe ich einfach ein bisschen hin und her gerechnet, bis die Tasche die Maße hatte, die ich angebracht fand. Dazu habe ich die Breite der Tasche solange mit einem Faktor x multipliziert, bis mir die Maße passten. Ich bin nicht mehr ganz sicher, aber ich glaube ich habe mich für 0,85 entschieden und das Schnittmuster dann statt bei 100% mit 85% ausgedruckt. Funktioniert prima. Nur dann eben auch dran denken die Reißverschlüsse kleiner zu rechnen. 🙂

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